Technik:

 

 

Fräsen mit der Bohrmaschine

 

Für den Motorumbau sind diverse Fräsarbeiten notwendig.

Die eingeklebten Alugußteile werden zu den Dichtflächen hin genau abgeplant.

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Die Bohrung für den Zylinderfuß wird um etliche mm vergrößert.

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Die Kurbelkammer ausgespindelt.

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Ein Simmerringsitz muß für den Kulu-Simmerring genau ausgespindelt werden.

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Seegerringnuten nach- bzw. neu gefräst werden.

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Der Membrankasten und der Ansaugstutzen für die TZR-Membran müssen bearbeitet werden.

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Da kann sich ein jeder glücklich fühlen, der beste Beziehungen zu einer dementsprechenden Fachkraft, nebst dem dazugehörigen Equipment unterhält.

Wir sind da nicht in der glücklichen Lage und versuch(t)en trotz nicht vorhandener Grundkenntnisse die erforderlichen Fräsarbeiten im eigenen „Kellerbetrieb“ auszuführen.

Die Ausrüstung

Zuerst besorgten wir uns eine Radial-Standbohrmaschine, mit ausreichendem Platz zwischen Bohrtisch und Bohrfutter und genügend Ausladung.

Schließlich muß ein Heinkel-Motorblock mit Kreuz- und Rundtisch darunter passen.

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Dann wurde ein Kreuztisch für den horizontalen Feinvorschub und ein Rundtisch zum kreisförmigen Fräsen angeschafft.

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Spannfutter, ein Spannzangensatz und ein Fräsersatz folgten.

Wichtig war nur noch eine Möglichkeit zum vertikalen Feinvorschub, die wir uns schließlich selbst bauten.

Eine Klemmschelle umfasst das Wellenlager am unteren Ende der Pinole. Daran ist ein Block angeschraubt.

Eine Metallplatte mit einer angeschweißten Feingewindemutter (aus einer Fahrradfelge) wird am oberen „Kopf“ der Bohrmaschine angeschraubt. Eine hohle Gewindestange (ehemalige Fahrradfelgenachse) wird in die Feingewindemutter eingeschraubt und drückt dann auf den oben erwähnten Block. Eine Klemmvorrichtung (Schnellspannverschluß der Fahrradfelge) fixiert nochmals zusätzlich die Pinole.

Durch ein- bzw. herausdrehen kann nun die Pinole vertikal feinverstellt werden.

Läßt man die Kontermutter an der Klemmvorrichtung fehlen, kann die Bohrmaschine ohne Demontage der Feinvorschubvorrichtung  in ihrer ursprünglichen Funktion genutzt werden.

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Als dieses alles fertig war konnte es ja losgehen mit dem Fräsen. Ein MK2- Morsekegelspannfutter mit dem gewünschten Fräser und der dazugehörigen Spannzange wurde eingesetzt und ein Probestück auf den Kreuztisch befestigt. Die gewünschte Frästiefe mit dem vertikalen Feinvorschub eingestellt, die Maschine angeschmissen und zum ersten Mal gefräst. Aber nicht lange, immer wieder rutschte das Spannfutter aus dem Morsekonus und/oder der Fräser grub sich in das Probestück rein.

 

Was folgte war eine Vorrichtung das Spannfutter im Morsekonus zu fixieren. Durch das Spannfutter wurde eine vertikale 5 mm Bohrung gebohrt. Ein passendes Joch mit 5 mm Gewinde für den Schlitz zum Austreiben der Morsekegelwerkzeuge zurechtgefeilt. Nun wird das Spannfutter mit einer Schraube in den Morsekegel gezogen und fixiert. (Bild muß noch gemacht werden)

 

Um die Vibrationen beim Fräsen zu minimieren wurde die Radialbohrmaschine noch mit Streben und

Klemmschellen an der Wand und an der Decke zusätzlich fixiert

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Vorrichtung zum Fräsen mit der Oberfräse

Durch ein weltweit bekanntes Internet-Auktionshaus besorgten wir uns eine Spannvorrichtung für den 43 mm Hals der Oberfräsen bzw. Handbohrmaschinen. Eine selbstgebaute, um 90 ° schwenkbare Halterung befestigt nun die 43 mm Spannvorrichtung am oben genannten „Pinolenblock“. In diese wird die Oberfräse eingesetzt. Nun kann auch mit höheren Drehzahlen gefräst werden.

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Unsere Erfahrungen

 

Der gelernte Zerspanungsmechaniker möge unser gefährliches Halbwissen verzeihen.

Aluminium lässt sich ganz gut bearbeiten, bei Stahl muß man mit einigen Katastrophen rechnen.

Man sollte möglichst immer im Gegenlauf fräsen, also Vorschubbewegung und Schnittbewegung laufen entgegen.

 

Nicht zuviel Vorschub bzw. Abtrag sonst hakt der Fräser.

Und wer gut schmiert (mit Lampenöl), der gut fährt.

Mit guten Fräsern, einiger Übung lassen sich Genauigkeiten von +/- 0,05 mm erzielen. Jedenfalls für unseren Umbau waren sie ausreichend.